OLB MUSIK-CAMP NORDWEST Workshop 2018 in der Jugendherberge Damme

Anfang April war es endlich wieder so weit. Mit Marius Bornmann (Schlagzeuger / Heisskalt), Daniel Strohhäcker (Multiinstrumentalist und Produzent) und Tjado de Vries (Tontechniker) im Schlepptau durfte ich (Line Pengel / Live Musik Produzentin) in die Jugendherberge Damme reisen, um drei Tage lang mit topmotivierten und musikalisch sehr vielfältig orientierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Haus zu beschallen.

Auf dem Plan stand: im eigenen Proberaum üben bis zum Umfallen, an Songtexten und Kompositionen feilen, den eigenen Sound auf die Bühne bringen und die Performance verfeinern, sowie Businessfragen klären und natürlich netzwerken, netzwerken, netzwerken.

Am Freitagmorgen begann der Spaß mit dem obligatorischen Schleppen, Schieben und Stöpseln – alles andere wäre ja auch langweilig gewesen. Frisch aus dem Stockbett geschlüpfte Dozenten trafen auf sehr pünktlich anwesende und ein wenig aufgeregte Mädels und Jungs, die trotz einiger fehlender Equipment-Teile, nach und nach stattliche Musikmach-Mikrokosmen errichteten.

Zum einen macht es uns Dozenten einfach sehr viel Spaß, die jungen Musiker dabei zu beobachten, wie sie sich abrackern und zum anderen konnte man hier schon mal die ersten Tipps und Tricks zum Besten geben – „Erfahrung macht den Meister“ beim Equipment-Tetris, beim Verkabeln und natürlich auch beim Sound einrichten, damit man sich während der Probe gut hört.

Nach der Vorstellungsrunde und dem (nach dem ganzen Aufbaustress sehr willkommenen) Mittagessen war alles nahezu fertig eingerichtet und bereit zur großen Teilnehmerinspektion im Dozentengänsemarsch: im Team besuchten wir die Teilnehmer in ihren Proberäumen und hörten uns ihre Songs an, um uns ein Bild vom jeweiligen Ist-Stand und den „Baustellen“ machen zu können und danach mit jeder Band und jedem Einzelkünstlern effektiv an ihren Zielen und Themen arbeiten zu können.

Währenddessen ging es beim Live-Tontechnik-Workshop in der Halle ebenso mit viel Muskelkraft und baulichem Geschick zu Gange –  Die Teilnehmer kümmerten sich hier um den Bühnenaufbau und eine funktionierende Beschallungsanlage, bevor die Förderpreisgewinner-Band vom letzten Mal, TONI TRASH, als erstes Versuchskaninchen, anrückte.

Am Abend folgte dann auch gleich der direkte Praxistest: Ein Live Konzert mischen und die Band ins richtige Licht rücken:

Trotz Frühstück um 7:30 Uhr fühlte sich der Samstag sehr, sehr kurz an, denn es gab einiges zu tun:

Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, sich den Wunschdozenten für den jeweiligen Arbeitsschritt in den Proberaum zu holen und mit ihm zu arbeiten.

Bei den einen wurde an Details gefeilt, während bei anderen völlig neue Ideen entstanden, mal wurden Grundkenntnisse ausgetauscht und mal komplexe Strukturen entwickelt, hier darüber diskutiert, welche Wege man gehen kann und da konkrete Pläne geschmiedet.

Ein ausgedehnter Soundcheck auf der Bühne bot jedem die Möglichkeit, sich auszuprobieren und förderte Selbsterkenntnisse und Wünsche zu tage, die nach Möglichkeit auch umgehend bearbeitet wurden.

Manchmal hilft es zum Beispiel schon gegen Lampenfieber, eine Spielposition zu finden, in der jeder den anderen gut sehen kann und sich wohl fühlt – das muss einfach mal ausprobiert werden, damit man diese Erkenntnis festigen und in Zukunft nutzen kann.

Wenn einem dann noch klar wird, wie eine zielführende Kommunikation mit dem Tontechniker aussieht und was es ausmacht, wenn man versteht, was da vor sich geht, steht dem konzentrierten Musikmachen und damit dem zufriedenstellenden Auftritt mit Wohlgefühl nichts mehr im Wege.

Am Sonntag wurde schließlich musikalisches Finetuning betrieben und die Anregungen und Änderungen der vergangenen zwei Tage umgesetzt, sowie beim persönlichen „Business-Speed-Date“, im eigenen Proberaum, über Labelarbeit, Management, Booking und bandinterne Prozesse gefachsimpelt. Auch für uns Dozenten ist dieser Programmpunkt ein sehr beliebter: es ist spannend zu erfahren, worüber die Nachwuchsmusiker sich so ihre Gedanken machen und wer welchen Standpunkt vertritt, sowie auch die individuellen Erfahrungen der Kollegen zu hören, die sich ja im Laufe der Jahre häufen und verändern.

Sonntagabend ging es dann für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmal ans Eingemachte, als es für das Abschlusskonzert endlich wieder auf die herausgeputzte Bühne ging.

Ein dickes fettes Herz zum Dank geht an meine herzensguten und superkompetenten Dozentenkollegen Marius Bornmann, Daniel Strohhäcker und Tjado de Vries, an unsere wunderbaren Teilnehmer in diesem Jahr: Myankarma, Ben Schafmeister, Freddy Steady Go, Killing Views, Hard Birth, Jonas Vallan, Fabian Striethorst, Daniel Pelz und Tobias Block und an den weltbesten „Assistenz-Rico“, Rico Oberschelp.

Es war schön mit Euch. Auf bald .
Eure Line

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